Venividi - Ärzte für Augenheilkunde Venividi - Ärzte für Augenheilkunde

Mit Sportbrille und Kontaktlinsen sicher auf die Piste

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Das Klima in luftiger Höhe stellt die Augen vor besondere Herausforderungen. Erhöhte UV-Strahlung, geringe Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffmangel können ohne entsprechenden Schutz zu Schneeblindheit oder trockenen Augen führen. Eine Skisportbrille schützt die empfindlichen Sinnesorgane und lässt weder eisigen Fahrtwind noch gefährliche UV-Strahlen durch.

Egal ob Masken-, Sport- oder Sonnenbrille – Kontaktlinsen passen unter jede Brille und haben den Vorteil, dass sie beim Wechsel zwischen Abfahrt und Hütte nicht beschlagen. Für ausgedehnte Aufenthalte an der frischen Bergluft ist es empfehlenswert, Kontaktlinsen mit extra langen Tragezeiten zu nutzen und auf eine entsprechende Benetzung zu achten. Denn ähnlich wie die Haut brauchen die Linsen im Winter einen Tick mehr Pflege – gerade sportlich aktive Kontaktlinsenträger sollten an eine regelmäßige Proteinentfernung und Reinigung denken.

Auch für die Linsenträger unter den Wintersportlern empfiehlt es sich, eine Sportbrille mit optischer Korrektur zumindest im Gepäck zu haben. Denn bei trockener Berg- und Heizungsluft steht einem der (Seh-)Sinn schon mal nach Abwechslung für die Augen. Spätestens wenn sich eine Erkältung ankündigt, haben die Kontaktlinsen Winterpause. Bei Husten oder Schnupfen sollten die Hände von den Augen ferngehalten werden, da sonst Keime zu Entzündungen der Sehorgane führen können.

(KGS)

 

Relaxen über Karneval

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Tipps für Kurzurlaube in der Region

Über die tollen Tage (16.2. bis 21.2.2012) relaxen, ausspannen und sich erholen ist ein echtes Alternativprogramm zu Alaaf und Jeckerei. „Auf AugenHöhe“ hat ein paar Wellness-Hotels für Sie herausgesucht, die maximal bis zu eineinhalb Autostunden weit entfernt liegen. Hier die Tipps für Kurzurlaub und Wellnesstage:

Das Hampshire Hotel in Ahaus liegt in einer idyllischen Parklandschaft des Westmünsterlandes, mitten auf einem der besten Golfplätze Deutschlands. Vier Sterne und luxuriöse Ausstattung bieten Erholung pur. Ausgezeichnet mit dem Preis „Premier European Golf Course“ und zu einem der zehn besten Golfplätze Deutschlands gekürt, bietet die Golfanlage Ahaus einen hohen Spielstandard und fordert durch die Lage mit altem Baumbestand und kniffligen Wasserpartien jeden Spieler heraus.
Hampshire Hotel in Ahaus Schmäinghook 36, 48683 Ahaus, Tel.: 02567 380, info@golfhotel-ahaus.de

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Nahe bei Köln liegt das außergewöhnliche Kameha Grand Bonn. Es hat gerade erst den Diners Club Magazin Award als bestes Hotel des Jahres weltweit gewonnen. Die kulinarische Vielfalt im Kameha Grand begeistert ebenso wie das raffinierte und stylische Ambiente. Im Yu Sushi Club auf der obersten Etage des Hotels wartet Sushi-Meister Keita Wojczechowski mit außergewöhnlichen und erstklassigen Kreationen. Den Abend beenden kann man in der Puregold Bar bei Cocktails und Soul Food oder in der Zino Platinum Cigar Lounge.
Kameha Grand Bonn, Am Bonner Bogen 1, 53227 Bonn,
Navi: Joseph-Schumpeter-Allee 1,Tel.: 0228 4334 5000, info@kamehagrand.com

Schloss Eringerfeld gehört zu den wohl schönsten Barockschlössern Westfalens. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtet, dient das Anwesen heute als moderner Hotel- und Gastronomiebetrieb, der seine Gäste und Besucher mit einzigartigem Charme verzaubert. Inmitten der malerischen Hügellandschaft zwischen Sauerland, Teutoburger Wald und Münsterland gelegen, bietet das Schloss Hotel Eringerfeld ideale Voraussetzungen für einen angenehmen Aufenthalt. Die Küche verwöhnt mit feinen regionalen wie internationalen Spezialitäten und ausgewählten Weinen.
Schlosshotel Eringerfeld, Steinhauser Straße 8,59590 Geseke, Tel.: 02954 90-0, info@schloss-eringerfeld.de

Das Grand City Hotel Gummersbach lädt ein mit einem Mix aus Romantik und Komfort in historischen Räumen. Morgens erwartet die Gäste ein oberbergisches Frühstücksbüffet, das keine Wünsche offenlässt. Im Wellness-Bereich kann man sich verwöhnen lassen mit Ayurveda-Therapien, wohltuenden Massagen und professio-nellen Kosmetikanwendungen. Im Römischen Schwimmbad taucht man in wohltuende Entspannung ab, Sauna und Solarium sorgen für Wärme und Wohlbefinden.
Grand City Hotel Gummersbach, Hückeswagener Str. 4, 51647 Gummersbach, Tel.: 02261 8026-0, www.hotel-gummersbach.de

 

Mikronährstoffe bei Altersbedingter Makuladegeneration

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Vortrag von Dr. Angela Zipf-Pohl im Ruhr Museum – Artikel in den Ophthalmologischen Nachrichten

Zum Thema „Mikronährstoffe bei Altersbedingter Makuladegeneration“ hat Dr. Angela Zipf-Pohl einen Vortrag im Ruhr Museum in Essen gehalten, der auch in den Ophthalmologischen Nachrichten, der Zeitschrift für Augenheilkunde, abgedruckt wurde. Wir geben Ihnen den Vortrag hier verkürzt wieder:

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist der häufigste Grund für schwere Sehbehinderungen in den Industrienationen. Der Verlust des Sehvermögens stellt für die Betroffenen eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Die Retina (Netzhaut des Auges) ist besonders anfällig für oxidative Schäden, denn sie ist zeitlebens einer hohen energetischen Strahlung ausgesetzt. Wenn die Stoffwechselprozesse auf der Retina nur noch unzureichend ablaufen, kann sich Lipofuszin bilden. Die Folge sind Ablagerungen, die so genannten Drusen.

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Um den oxidativen Stress so gering wie möglich zu halten, benötigen die Photorezeptoren und das umliegende Gewebe ausreichend Antioxi-danzien wie zum Beispiel die Vitamine C und E. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die sekundären Pflanzenstoffe Lutein und Zeaxanthin, die in der Macula lutea natürlicherweise bereits in großer Menge enthalten sind. Sie schützen die an mehrfach ungesättigten Fettsäuren reichen Membranen im Außensegment der Photorezeptoren vor photooxidativen Schäden. Zudem wirken sie für die Photorezeptoren wie eine „innere Sonnenbrille“.

Bei AMD-Patienten ist die Konzentration von Carotinoiden im Makulabereich verringert. Untersuchungen haben gezeigt, dass mit der Supplementierung von Lutein und Zeaxanthin diese Konzentration erhöht und der Verlauf einer AMD positiv beeinflusst werden kann. Weiterhin wurde gezeigt, dass die ergänzende Einnahme von Lutein beziehungsweise Lutein plus Antioxi-danzien die Makula-Pigmentdichte und so die Visus- und Kontrastsensitivität erhöhen kann.

Der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in der Makula hat mehrere Funktionen: Die ungesättigten Fettsäuren wirken entzündungshemmend, sie stabilisieren die Zellmembranen und verbessern die endotheliale Zellfunktion. Deshalb kann eine ungenügende Zufuhr zu einem abnormalen retinalen Metabolismus führen. Besonders ältere AMD-Patienten können den erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen häufig nicht über die Nahrungsaufnahme decken. Mit der Supplementierung von ausgewogen dosierten Mikronährstoffkombinationen lässt sich die AMD positiv beeinflussen, der oxidative Stress wird reduziert und ein optimaler Makula-Schutz erreicht.

 

… und weg mit der Lesebrille

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Das Presbyopie-LASIK-Verfahren kann die Alterssichtigkeit beseitigen

Endlich gibt es ein Verfahren, das die Lesebrille überflüssig macht. Ähnlich wie bei der LASIK wird die Hornhaut auch beim Presbyopie-LASIK-Verfahren mit einem Laser behandelt. Im Ergebnis können die Patienten in der Nähe wieder scharf sehen und brauchen keine Brille mehr.

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In jungen Jahren ist das Auge ein Alleskönner. Der Blick aufs Handy oder auf die Anzeigetafel am Bahnhof – das Auge stellt sich flexibel auf jede Entfernung ein und liefert scharfe Bilder. Akkomodation nennt man diese Anpassungsleistung, bei der  die Linse entsprechend verformt und die Brechkraft verändert wird.

Leider lässt diese Flexibilität mit dem Alter nach, das Auge bildet Dinge in der Nähe nicht mehr scharf ab. Alterssichtigkeit oder Presbyopie nennt man diese Erscheinung. Die lästige Lesebrille wird zum unverzichtbaren Begleiter. Ohne sie erscheint die Speisekarte im Restaurant als weißes Blatt mit grauen Streifen, der Fahrplan liefert nur verschwommenen Buchstaben- und Zahlensalat.

Beim Presbyopie-LASIK-Verfahren wird eine hauchdünne Lamelle aus der Hornhautschicht des Auges geschnitten und während des Eingriffes zur Seite geklappt. Der darunter freigelegte Bereich wird dann mit dem Laser so korrigiert, dass Dinge in der Nähe wieder scharf im Brennpunkt auf der Netzhaut (Retina) abgebildet werden. Nach dem Eingriff wird die Hornhautlamelle zurückgeklappt. Sie wächst selbstständig wieder an, ohne dass eine Naht notwendig ist. Durch die Behandlung entsteht keine Wunde am Auge.

Für wen kommt das Presbyopie-LASIK-Verfahren infrage?
Dieses neuartige Laserverfahren wurde für Menschen ab vierzig Jahren entwickelt, die unter der Altersweitsichtigkeit leiden. Die Patienten sollten gesund sein und keine Augenerkrankungen haben. Voraussetzung für dieses Verfahren ist, dass zusätzlich nur eine geringe oder gar keine Fehlsichtigkeit vorliegt. Denn die Altersweitsichtigkeit hat nichts mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit zu tun, sie kann zusätzlich dazu bestehen.

Wie sieht der Eingriff aus?
Der Presbyopie-LASIK-Eingriff kann ambulant vorgenommen werden. Es werden immer beide Augen gelasert, die Hornhaut wird so behandelt, dass nachher die Alterssichtigkeit korrigiert ist. Das Verfahren dauert nur ein paar Minuten. Es entsteht keine Naht und keine Wunde am Auge.

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Ablauf der Presbyopie-LASIK:

  1. Bilden der Lamelle (0,12 mm dünn)

  2. Laseranwendung

  3. Zurücklegen der Lamelle, es wird nicht genäht

Wie geht es nach der OP weiter?
Die meisten Patienten können nach dem Eingriff schon wieder ohne Lesebrille lesen. In den ersten Stunden besteht noch das Gefühl, als würde sich ein Fremdkörper in den Augen befinden. Die Augen tränen und die Nase läuft. Anfangs sieht man noch etwas verschwommen, was sich jedoch nach kürzester Zeit wieder reguliert. Auch die anderen Begleiterscheinungen klingen nach kurzer Zeit wieder vollständig ab. Nach zwei Tagen können die Patienten wieder Auto fahren und arbeiten.

 

Zum Glühwein aufs Schloss

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Rund um Köln laden stimmungsvolle Weihnachtsmärkte ein

Wintermärchen auf Schloss Bensberg
In Schloss Bensberg ist der Innenhof prachtvoll geschmückt, sanfte Engelsklänge ertönen und in den weißen Pagodenzelten tummeln sich fröhlich die Menschen. Ausgewählte Aussteller und Handwerker präsentieren ihre liebevoll hergestellten Waren von handgeschöpfter Schokolade bis zu außergewöhnlichem Edelsteinschmuck. Dazu gibt es ein vielseitiges musikalisches Programm mit internationalen Künstlern.
Weihnachtsmarkt auf Schloss Bensberg vom 9. bis 11. Dezember 2011, Fr von 16 Uhr bis 22 Uhr, Sa von 11 Uhr bis 22 Uhr, So von 11 Uhr bis 19 Uhr, Eintrittspreis: 6 Euro inkl. Heißgetränk, Kinder bis 12 Jahre frei, Hunde ja.
Mehr dazu: www.schlossbensberg.com

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Singen und Backen im Freilichtmuseum
Vorweihnachtszeit mit allen Sinnen erleben kann man am ersten Adventswochenende im Rheinischen Freilichtmuseum in Kommern. Dort findet Advent zum Mitmachen statt. Denn vor dem Plätzchenessen kommt das Plätzchenbacken, Weihnachtslieder  werden selbst gesungen und gespielt und wie früher kann man sich im Halbdunkel einer Stube versammeln oder um das offene Herdfeuer  einer Küche scharen, um Märchen und Wintergeschichten zu lauschen.
Weihnachtsmarkt im LVR-Freilichtmuseum Kommern, Eickser Straße, 53894 Mechernich am 26. und 27. November 2011 von 10 bis 18 Uhr. Mehr dazu: www.kommern.lvr.de

Weihnachtsgeschichte auf der Burg
Tausende von Lichtern lassen Burg Satzvey in festlichem Glanz erstrahlen. Mit viel Liebe zum Detail wird im Park die Weihnachtsgeschichte mit Ochse, Esel, Kamelen und Schafen inszeniert. In den Höfen und Sälen bieten Händler und Handwerker außergewöhnliche Weihnachtsgeschenke an. Ein wunderschönes historisches Karussell schmückt den festlich herausgeputzten Burghof und lässt Kinderaugen strahlen. Weihnachtsmarkt in Burg Satzvey an allen Adventswochenenden, Sa von 12 bis 21 Uhr, So von 11 bis 19 Uhr. Eintritt 6 Euro, Kinder unter 6 Jahren frei, bis 12 Jahre 4 Euro. Mehr dazu: www.burgsatzvey.de

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Die Prinzenfamilie lädt ein
Schloss Merode, zwischen Köln und Aachen gelegen, gehört zu den schönsten Wasserschlössern Nordrhein-Westfalens. Hierher lädt Prinz von Merode nun schon zum dritten Mal zum handwerklichen Weihnachtsmarkt ein. Schlosshof und Park werden durch Tausende von Kerzen, Laternen und Fackeln in ein weiches, stimmungsvolles Licht getaucht. Traditionelle Handwerker produzieren in weihnachtlich dekorierten Holzhäuschen ihre Waren und Unikate. Offene Feuerstellen sorgen in den Budenstraßen für Wärme und Behaglichkeit. Über der Glut werden zahlreiche Glühweinspezialitäten zubereitet:
Weihnachtsmarkt auf Schloss Merode, Kreuzherrenstrasse 1, 52379 Langerwehe-Merode vom 25. November bis 18. Dezember 2011, jeweils Do bis Sa von 14 bis 21 Uhr, So von 12 bis 20 Uhr. Mehr dazu: www.weihnachtsmarkt-merode.de

 

Vitamin A #Vitamin-Geschichten

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Ohne dieses Vitamin tappten wir alle im Dunkeln

Unser Augenlicht ist von Vitamin A abhängig, denn Retinol, so die chemische Bezeichnung, ist Bestandteil des ,,Sehpurpurs“ Rhodopsin. In den Stäbchenzellen der Retina zerschlägt jeder Lichtimpuls ein Rhodopsin-Molekül in das Protein Opsin und Retinal und ermöglicht uns über eine Kaskade von Reaktionen, Licht zu sehen.

Fehlt Vitamin A oder dessen Vorstufe Beta-Carotin im Speiseplan, können wir Hell und Dunkel nicht mehr unterscheiden und unsere Sehkraft schwindet schleichend – zuerst in der Dämmerung oder bei schlechten Lichtverhältnissen, daher der Name Nachtblindheit. Diese wurde im Gegensatz zu den weniger spezifischen Symptomen eines Vitamin-A-Mangels (wie trockenen Schleimhäuten und schuppiger Haut) schon früh als eine Krankheit beschrieben, die mit speziellen Lebensmitteln geheilt werden konnte.
Schon 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung behandelte man in Ägypten Nachtblinde mit Leber. Das wissen wir aus einem ,,Schnäppchen“, welches ein gewisser Georg Ebers im vorletzten Jahrhundert von Grabräubern zum Dumping-Preis erwarb. Seine 18 Meter lange Papyrusrolle mit dem medizinischen Wissen der ägyptischen Hochkultur enthält allein 100 Rezepte zur Behandlung von Augenkrankheiten. Zielsicher setzten die Mediziner von einst bei Nachtblindheit das effektivste Lebensmittel gegen Retinol-Mangel ein – natürlich ohne je von Vitamin A gehört zu haben: Man solle Leber essen und die Pupillen mit Rinderfett ölen, lautete die Empfehlung. Der erste Teil dieser Behandlungsmethode überdauerte – zumindest im Prinzip – immerhin 3500 Jahre Medizingeschichte.

Vitamin A kommt hauptsächlich in Fleisch, Milch und Eiern vor – alles Lebensmittel, die sehr armen Bevölkerungsschichten in der Regel nicht zur Verfügung stehen. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts kam es auch in Deutschland zu Mangelkrankheiten aufgrund der schlechten Vitamin-A-Versorgung. Ein prominentes Beispiel ist der Schriftsteller Karl May, der in seiner frühen Kindheit wahrscheinlich aufgrund eines Vitamin-A-Mangels erblindete.
May schreibt in seiner Autobiografie: ,,Daß ich kurz nach der Geburt sehr schwer erkrankte, das Augenlicht verlor und volle vier Jahre siechte, war nicht eine Folge der Vererbung, sondern der rein örtlichen Verhältnisse, der Armut, des Unverstandes und der verderblichen Medikastereil*, der ich zum Opfer fiel. Sobald ich in die Hand eines tüchtigen Arztes kam, kehrte mir das Augenlicht wieder, und ich wurde ein höchst kräftiger und widerstandsfähiger Junge.“ Mit fünf Jahren gewann der Winnetou-Erfinder sein Augenlicht zurück, möglicherweise weil ein Dresdener Spezialist Lebertran empfahl.

Obwohl wir heute über die Bedeutung von Vitamin A für die Sehkraft, die lnfektabwehr und die frühkindliche Entwicklung gut informiert sind, bleiben die Folgen des Vitamin-A-Mangels in vielen Ländern der Dritten Welt ein Problem. Hilfsorganisationen verteilen Vitamin-A-Tabletten und Gentechniker kreieren Gewächse, die sich selbst mit Beta-Carotin anreichern. Ihr ,,goldener Reis“ soll auch den Menschen das Augenlicht bewahren, die auf geschälten Reis als billige Einheitskost angewiesen sind. Es wird allerdings noch darum gestritten, ob ,,Hightech“-Pflanzen gesunde Mischkost ersetzen sollten.
Erste Hinweise deuten an, dass Vitamin A auch der Gesundheit der freiwillig fehlernährten Bewohner der lndustrienationen förderlich sein könnte: Kürzlich veröffentlichte Untersuchungen an Fettgewebszellen zeigen, dass Vitamin A die Produktion eines Stoffs namens Resistin hemmt, der mit der lnsulinresistenz in Verbindung gebracht wird. lnsulinresistenz begünstigt Übergewicht und die Entwicklung von Diabetes. Die Zunahme der lnsulinresistenz in unserer Bevölkerung stellt ein großes Problem dar. Weitere Studien sollen nun klären, ob eine optimale Vitamin-A-Versorgung evtl. das Diabetesrisiko senken kann.

*Medikasterei: Kurpfuscherei

Quelle: Hans Konrad Biesalski; Daniela Kleiböhmer; Raymond Côme: Vitamin-Geschichten, Orthomol Herausgeber, 2005/2006
ISBN-10: 3-00-018902-5
ISBN-13: 978-3-00-018902-9