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Auch Kinder kriegen Grauen Star

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Prof. Jacobi operiert bereits das dritte Kind einer Familie

Franziska liegt recht gelassen auf dem OP-Tisch. Die 14-Jährige leidet am Grauen Star, eine bei Kindern sehr seltene Erkrankung. Vor Jahren waren schon ihre beiden Geschwister daran erkrankt. „Eine ganz ungewöhnliche familiäre Häufung“, erklärt Professor Philipp Jacobi, der alle drei Kinder behandelt und Franziskas Geschwister bereits operiert hat.

Vorbereitende Augentropfen haben Franziskas Pupillen stark erweitert, so bekommt der Chi-rurg das größtmögliche Operationsfeld. Die Augenumgebung ist mit brauner Jodtinktur desinfiziert worden. Wie ein Pandabärchen schaut sie brav in die OP-Lampe, während Anästhesistin Petra Koch ihr langsam ein Narkotikum spritzt. „Kinder werden in leichten Schlaf versetzt“, erklärt sie, „dann ist alles für sie weniger aufregend.“ Bei Erwachsenen reicht die lokale Betäubung des Auges.
Auf Prof. Jacobis Frage „Schläfst du schon?“ kommt keine Antwort mehr. Franziskas Gesichtchen ist hinter blauem Abdecktuch verschwunden, nur das Auge bleibt sichtbar, von Klammern weit aufgehalten. Mit geübten Griffen platziert Prof. Jacobi die Kunstlinse aus Plexiglas im Injektor. An der Uniklinik in Köln war er vor zwölf Jahren weltweit einer der ersten Augenchirurgen, die bei Kindern eine multifokale Intraokularlinse einsetzten. Im Gegensatz zur Monofokallinse kann diese Gleitsichtlinse auch noch Fehlsichtigkeiten ausgleichen.

Mit einem winzigen Schnitt von etwa zwei Millimetern Länge öffnet Prof. Jacobi den Augapfel, führt ein Mini-Lasergerät unter der Hornhaut durch und beginnt die getrübte Linse zu zerstäuben. „Wasser“, verlangt er einen kurzen Sprühnebel auf das OP-Feld. Ein paar Minuten später ist es so weit: Über ein millimeterfeines Röhrchen wird die alte Linse abgesaugt. Nun schiebt Prof. Jacobi den Injektor durch die Schnittöffnung und bringt die neue Linse an ihren Platz. Hauchfeine Bügelchen sorgen dafür, dass sich das „Ersatzteil“ in der Linsenkapsel zentriert und fixiert.

Zehn Minuten nach dem ersten Stich in den Augapfel verschließt Operateur Prof. Jacobi die Wundränder mit einem Laser und lobt seine kleine Patientin, die schon wieder zu sich kommt. Wieder ein paar Minuten später sitzt sie bereits mit einem dicken Verband über dem Auge vor dem OP im Ruhesessel und wartet auf ihre Familie. „Nein, mir tut nichts weh“, sagt sie auf die Frage der Anästhesistin. Auch am Auge spüre sie nichts.

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Die häufigsten Fragen:

AufAugenhöhe: Wie macht sich der Graue Star bemerkbar?

Prof. Jacobi: „Es ist ein langsamer Prozess, der mit verschwommenem Sehen beginnt.“

AufAugenhöhe: Können Augentropfen die Krankheit aufhalten?

Prof. Jacobi: „Nein, Augentropfen zur Heilung des Grauen Star gehören in den Bereich der Scharlatanerie. Bei einer Katarakt hilft nur die Operation.“

AufAugenhöhe: Wie haltbar ist die künstliche Linse?

Prof. Jacobi: „Es gibt heute unterschiedliche Arten von Linsen, da sollte man sich von seinem Augenarzt ausführlich beraten lassen. Alle Linsen werden vom Körper anstandslos akzeptiert und können in der Regel lebenslänglich im Auge bleiben.“

AufAugenhöhe: Wer kriegt Grauen Star?

Prof. Jacobi: „Grauer Star ist in erster Linie eine Alterserscheinung, die aber zur Erblindung führen kann. Weitere Ursachen können Verletzungen, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen, UV-Einstrahlung im Gebirge und Vererbung sein.“

AufAugenhöhe: Kann der Graue Star wiederkehren?

Prof. Jacobi: „Wenn die natürliche Augenlinse entfernt ist, kann der Graue Star nicht wieder auftreten. Allerdings kann sich die Linsenkapsel nach Monaten oder Jahren eintrüben. Dieser sogenannte „Nachstar“ wird dann ambulant durch einen kleinen Lasereingriff korrigiert.“

AufAugenhöhe: Wie ist das mit Kindern und Grauem Star?

Prof. Jacobi: „Es gibt Kinder, die kommen mit dem Grauen Star auf die Welt, andere kriegen ihn erst im Laufe der Kinder- und Jugendjahre. Obwohl die Katarakt bei Kindern sehr selten ist, sollte man unbedingt alle Vorsorge- und Kon-trolluntersuchungen der Augen wahrnehmen – nur so kann die Krankheit früh entdeckt werden.“

AufAugenhöhe: Warum müssen Sehdefizite bei Kindern sofort behandelt werden?

Prof. Jacobi: „Das räumliche Sehen und die Entwicklung des Gehirns hängen eng zusammen, rechtzeitige Behandlungen verhindern Fehlentwicklungen.“

Sonnenbrille für den Hund - Auch Vierbeiner können am Grauen Star erkranken

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Braucht der Hund im Sommer eine Sonnenbrille? Tierärztin Vera Neun aus dem bayrischen Raubling und Inhaberin einer tierärztlichen Praxis für Augenheilkunde sagt ja zu dieser vielleicht spaßig klingenden Idee: „Ein Hund geht mit in die Berge oder an den Strand, zum Segeln oder Cabrio fahren – dabei kann zu viel UV-Licht die Hornhaut des Tieres schädigen und zu einer Eintrübung der Linse führen.“

Am Grauen Star erkranken auch die Vierbeiner. Dem Besitzer fällt die Krankheit oft erst bei fortgeschrittenem Sehverlust des Tieres auf. Die Linse verfärbt sich bläulich-weiß, im Endstadium ist sie ganz weiß. Rassen wie Cockerspaniel, Retriever, Schnauzer, West Highland White Terrier oder Pudel sind erblich eher für die Katarakt anfällig.

Verschwommenes Sehen
Wie beim Menschen kann der Graue Star oder Katarakt beim Hund aber auch eine Alterserscheinung sein. Oder er entsteht – wie gesagt – durch schädigendes UV-Licht. In der tierärztlichen Praxis wird der Graue Star ebenfalls operativ behandelt. Wenn keine Kunstlinse eingesetzt wurde, sei langfristig das Tragen einer UV-Brille zum Schutz der Netzhaut ratsam, erklärt Tierärztin Vera Neun. Deutschlandweit gibt es übrigens nur zwölf Veterinärmediziner, die sich auf die augenärztliche Behandlung von Tieren spezialisiert haben.

Verschwommenes Sehen ist beim Menschen das ersten Anzeichen für eine Erkrankung am Grauen Star. Ein immer dichter werdender Nebel legt sich über das Sehfeld. Autofahrten in der Dämmerung oder bei Nacht werden schwieriger, weil sich das Kontrastsehen verringert und eine erhöhte Blendempfindlichkeit auftritt.

Beim Grauen Star beginnt sich die Augenlinse zu trüben und nimmt schließlich eine graue Färbung an. In der Regel ist die Katarakt eine Erkrankung des Alters. Sie kann aber auch schon in jungen Jahren entstehen, beispielsweise können intensive UV-Strahlen die Augenlinse schädigen. Bei der Katarakt-Operation wird die getrübte Linse durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt. Nach dem erfolgreichen Eingriff ist der Patient wieder in der Lage, brillenlos nah und fern zu sehen.

Die „Woche des Sehens“ findet zum neunten Mal statt

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Bereits zum neunten Mal findet dieses Jahr vom 8. bis 15. Oktober die „Woche des Sehens“ statt. Ziel und Bestreben der „Woche des Sehens“ ist es, mit vielfältigen bundesweiten Aktionen auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. Bei den Schwerpunktthemen 2010 geht es zum einen um das Thema „Augen im Blickpunkt“ und zum anderen um die Möglichkeiten moderner Augendiagnostik.

 

Das Zeitalter des Sehens 

Wir leben im Zeitalter des Sehens. Informationen aus Zeitschriften, Fernsehsendungen und dem Internet erreichen uns über die Augen – als Bilder oder Buchstaben. Aber auch die Kontaktaufnahme zu Mitmenschen geht den Weg über die Augen: Erst der Blickkontakt und dann das Gespräch. Die Informationen unserer Umwelt nehmen wir zu 80 Prozent mit dem Auge wahr – aber nur, solange unsere Augen gesund sind. Gutes Sehen ist nämlich nicht selbstverständlich. Aus diesem Grund lohnt es sich, den Augen einmal besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen – „Augen im Blickpunkt“.

Unser wichtigstes Sinnesorgan ist ein optisches Präzisionswerkzeug, mit dem wir Entfernungen wahrnehmen, Gegenstände und Vorgänge in unserer Umgebung erkennen und Farben unterscheiden. Das Auge funktioniert ähnlich wie eine Kamera. Ein aufgenommenes Bild wird durch Hornhaut, vordere Augenkammer, Pupille, Linse und Glaskörper geleitet. Ist das Auge optimal gebaut, werden die Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut gebündelt und über den Sehnerv zum Gehirn gesendet. Dort werden die „Daten“ aus beiden Augen zu einem Bild verschmolzen. Findet diese punktgenaue Bündelung nicht statt, kommt es zu Fehlsichtigkeiten. So sehen kurzsichtige Menschen in die Nähe scharf und in die Ferne unscharf. Das liegt daran, dass ihr Augapfel zu lang ist. So werden beim Sehen in die Ferne die Lichtstrahlen vor der Netzhaut gebündelt. Das wahrgenommene Bild wird unscharf. Weitsichtige Menschen sehen meist in die Ferne gut, brauchen aber eine Sehhilfe, um ohne Anstrengung mit kleinen Objekten in der Nähe arbeiten oder länger lesen zu können. Ihr Augapfel ist zu kurz, so dass sich die einfallenden Lichtstrahlen ohne optische Korrektur (Brillenglas oder Kontaktlinse) theoretisch erst hinter dem Auge treffen. Eine Fehlsichtigkeit, die jeden trifft, ist die Alterssichtigkeit. Die Elastizität der Augenlinse lässt mit zunehmendem Alter spürbar nach. Etwa ab dem 40. Lebensjahr reicht die für die Scharfeinstellung auf die Nähe erforderliche Linsenwölbung nicht mehr aus, um das Kleingedruckte lesen zu können, die Arme werden länger und länger, aber ab einem gewissen Punkt hilft nur eine Sehhilfe diesen Sehverlust auszugleichen.

untersuchung_augenAber auch Augenerkrankungen können zu Sehverlusten bis hin zur Erblindung führen. So entdeckt der fachkundige Augenarzt beim Blick ins Auge nicht nur Augenkrankheiten in ihren Anfängen, sondern bemerkt oft auch als Erster, dass ein Patient an Diabetes leidet. Darüber hinaus fallen Augenärzten beispielsweise auch bei Bluthochdruck und bei rheumatischen Erkrankungen Veränderungen im Auge auf.

Die Diagnostik der modernen Augenheilkunde entwickelt sich rasant weiter und erlaubt es den Augenärzten, nötige Therapien oder Operationen frühestmöglich einzuleiten. So kann in den meisten Fällen einem starken Sehverlust oder einer Erblindung schon im Vorfeld entgegengewirkt werden. Voraussetzung ist natürlich der regelmäßige Check-up der Augen beim Augenarzt.

Weitere Infos zur „Woche des Sehens“ finden Sie unter: 
www.woche-des-sehens.de

Quelle: www.woche-des-sehens.de