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Das Fenster des Auges lässt sich ersetzen

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Die Hornhauttransplantation gehört zu den ältesten Gewebetransplantationen in der Medizin

Eine kleine durchsichtigauge_grafike Wunderscheibe – das ist die Hornhaut des menschlichen Auges. Auch „Fenster des Auges“ wird sie genannt, diese winzige glasklare, aus mehreren Schichten bestehende Haut. Durch sie fallen die Lichtstrahlen in das Innere des Auges und werden so gebündelt, dass die Linse einen Gegenstand auf der Netzhaut abbilden kann.

Um gutes Sehen zu gewährleisten, muss die Hornhaut immer klar und transparent sein. Die Tränenflüssigkeit hilft, sie sauber und funktionstüchtig zu erhalten. Durch Erkrankungen, Verletzungen oder erblich bedingte Verformungen aber kann die Hornhaut leiden, schlimmstenfalls erblindet der Patient.

In vielen Fällen allerdings gibt es die Möglichkeit, mit einer Hornhauttransplantation das Sehvermögen wiederherzustellen. Diese – auch Keratoplastik genannte – Operation zählt zu den erfolgreichsten und ältesten Gewebetransplantationen in der Medizin. Schon vor fast 100 Jahren gelang einem österreichischen Augenarzt die erste Transplantation einer menschlichen Hornhaut.

Heute ist die Hornhauttransplantation eine der am häufigsten durchgeführten Gewebetransplantationen und obendrein die mit den besten Erfolgsaussichten. Denn dank der biologischen Eigenschaften der Hornhaut löst sie beim Empfänger meist nur eine vorübergehende Immunabwehr aus und anschließend kann der Patient oft jahrzehntelang mit dem Spenderorgan leben.

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Auf Augenhöhe: Herr Prof. Jacobi, die Hornhauttransplantation ist eine Operation, die viel Fingerfertigkeit erfordert. Wie viele Transplantationen dieser Art haben Sie schon durchgeführt?

Prof. Dr. Jacobi: Hornhauttransplantationen – auch als Keratoplastik bezeichnet – zählen in der operativen Augenheilkunde zu den eher seltenen Operationsformen. Dies liegt zum einen an der sehr geringen Zahl der Spender, aber auch an einem doch eher engen Indikationsspektrum. Daher ist die absolute Anzahl transplantierter Hornhäute auch in größeren Zentren – wie der Universitätsaugenklinik zu Köln, zu dessen Lehrkörper ich nach meinem Ausscheiden weiterhin zähle, mit 80-100 Eingriffen pro Jahr scheinbar recht gering. Nun, um die Frage mit einer Zahl zu beantworten, so werden es in den vergangen 15 Jahren zwischen 700 und 800 Eingriffe gewesen sein.

Auf Augenhöhe: Was kommt auf den Patienten/die Patientin zu? Wie lange dauert die Operation im Schnitt? Welche Narkose wird gegeben?

Prof. Dr. Jacobi: Moderne Transplantationen können mittlerweile ambulant durchgeführt werden, so wie wir es auch häufig praktizieren. Der Eingriff als solcher dauert ca. 30 Minuten. Eingriffe können sowohl in örtlicher Betäubung als auch in Vollnarkose sicher durchgeführt werden. Welches Verfahren das richtige ist, wird mit jedem Patienten individuell besprochen.

Auf Augenhöhe: Können Sie für den Laien beschreiben, was bei der Hornhauttransplantation geschieht?

Prof. Dr. Jacobi: Bei der Hornhauttransplantation wird in der Regel nicht die gesamte Hornhaut übertragen, sondern nur der zentrale Teil eines zuvor verstorbenen Spenders. Mithilfe eines speziellen Instrumentes (dem Trepan) wird unter dem Operationsmikroskop ein kreisrundes Scheibchen aus der erkrankten Empfängerhornhaut herausgeschnitten. Ein exakt gleich großes Scheibchen wird aus dem Zentrum der Spenderhornhaut herausgeschnitten und mit feinsten Nähten in die Öffnung des Empfängerauges eingenäht.

Auf Augenhöhe: Wie geht es für den Patienten nach der OP weiter?

Prof. Dr. Jacobi: Wenn der Augenverband zum ersten Mal entfernt wird, werden die Patienten Licht, Farben und Umrisse sehen können. Einzelheiten werden weiterhin verschwommen und unscharf wahrgenommen. Dies ist unvermeidlich und ein normaler Vorgang. Die Spenderhornhaut muss sich innerhalb der kommenden Wochen glätten und sich ihrem „Empfängerbett“ anpassen. Bleibt die neue Hornhaut klar, so wird sich die Sehschärfe allmählich verbessern, während die Hornhaut heilt.

Auf Augenhöhe: Was kann der Patient selbst für eine optimale Heilung tun?

Prof. Dr. Jacobi: Der Erfolg der Operation hängt wesentlich davon ab, dass in der initialen postoperativen Phase Augentropfen und -salben verlässlich und regelmäßig in der vom Arzt verordneten Häufigkeit angewendet werden.
Das für die bestmögliche Sehschärfe notwendige Brillenglas wird nach der Operation oft ganz anders sein als zuvor, die Werte werden sich in aller Regel nach 6-8 Wochen einstellen.

Auf Augenhöhe: Was geschieht mit den Fäden, mit denen die neue Hornhaut vernäht wurde?

Prof. Dr. Jacobi: Die können bis zu 2 Jahre belassen werden, wenn die Spannung der Naht angemessen ist. Andernfalls kann man sie frühestens nach sechs Monaten entfernen.

Auf Augenhöhe: Worauf müssen die Patienten in den ersten Jahren nach einer erfolgreichen Hornhauttransplantation achten?

Prof. Dr. Jacobi: Die neue Hornhaut wird im Laufe der Monate und Jahre solide mit einer feinen Narbe verheilen. Diese Narbe erreicht jedoch nie ganz die Festigkeit einer nicht operierten Hornhaut. Wir empfehlen daher, dass Patienten zeitlebens versuchen, ihr operiertes Auge vor unnötigen Verletzungsgefahren, z. B. durch das Tragen einer Schutzbrille beim Sport, zu schützen.

#Kontaktlinsen – Ersatz für die „lästige“ Brille

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Die ersten Ideen zur Kontaktlinse lassen sich bereits auf das 17. Jahrhundert zurückführen. Der Philosoph und Naturwissenschaftler René Descartes untersuchte das Phänomen der Lichtbrechung und hatte dabei die Idee, Fehlsichtigkeiten mit einer Linse zu korrigieren, die direkt auf dem Auge getragen wird.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Linsen aus Glas hergestellt, die aufgrund ihrer Größe und Materialeigenschaften aber nur bedingt verträglich waren.
Die nächste Entwicklung waren Kontaktlinsen aus Acrylglas, die bereits einige Stunden auf dem Auge getragen werden konnten.
Im Jahre 1954 kamen die ersten sauerstoffdurchlässigen Kontaktlinsen aus Hydrogel-Kunststoff auf den Markt, die in den letzten Jahrzehnten immer weiter verbessert werden konnten.

Heute unterscheiden wir zwischen formstabilen (harten) und weichen Kontaktlinsen.
Die Kontaktlinsen können heute nahezu jede Fehlsichtigkeit, wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Altersweitsichtigkeit, und auch gewisse Fehlbildungen der Hornhaut (z. B. Keratokonus) ausgleichen.
Es gibt zahlreiche verschiedene Kontaktlinsen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse.

Formstabile Kontaktlinsen können ca. 1,5 Jahre verwendet werden. Diese Kontaktlinsen haben im Vergleich zu weichen Kontaktlinsen einen kleineren Durchmesser und eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit. Durch die stetige Verbesserung des Materials und des Design der Linse konnte der Tragekomfort der formstabilen Kontaktlinsen in den letzten Jahren enorm verbessert werden.

Bei den weichen Kontaktlinsen gibt es unterschiedliche Arten. Es gibt Linsen, die 1 Jahr getragen werden können. Die Tendenz zu Ablagerungen und Verunreinigung durch Umwelteinflüsse, Kosmetik etc. ist bei den weichen Linsen höher als bei den formstabilen Kontaktlinsen. Für die weichen Linsen spricht der Tragekomfort und die bessere Haftung am Auge.

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ACHTUNG – der höhere Tragekomfort der weichen Kontaktlinse kann manchmal auch trügerisch sein. Gelangen kleine Fremdkörper unter die Linse oder bilden sich Entzündungen auf der Hornhaut, kann die weiche Kontaktlinse die Warnsymptome verschleiern und das Sehvermögen sich unter der Kontaktlinse unbemerkt verschlechtern. 

Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl von Systemen, bei denen die Linsen im Tages-, 2- bzw. 4-Wochenrhythmus ausgetauscht werden.

Bei diesen Tauschlinsen gibt es eine große Anzahl von Anbietern. Die Linsen sind im Handel frei verkäuflich. Die günstigen Preise im Internet, im Drogerie- und Supermarkt verleiten leider viele Patienten zum Kauf dieser Produkte, ohne dass eine fachgerechte Beratung oder Überprüfung des richtigen Sitzes stattfindet.  Kontaktlinse ist aber nicht gleich Kontaktlinse. Es gibt große Qualitätsunterschiede in den Materialeigenschaften, die auf den ersten Blick nicht immer erkennbar sind. Außerdem hat eine Linse viele unterschiedliche Parameter, die zum Auge passen (Brechkraft, Basiskurve, Durchmesser, Sauerstoffdurchlässigkeit, Wassergehalt) und mittels verschiedener Untersuchungen überprüft werden müssen.

Mittlerweile bieten einige Firmen ein breit gefächertes Angebot an unterschiedlichen Tauschlinsen an, mit der fast jede Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden kann.
Die Entwicklung der Silikonhydrogellinse gewährleistet eine im Vergleich zur Hydrogellinse verbesserte Sauerstoffdurchlässigkeit und ist auch bei empfindlichen und trockenen Augen anwendbar. 

Welche Kontaktlinse am besten geeignet ist, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig:
::    Konstitution des Auges
::    Grad der Fehlsichtigkeit
::    Gewünschte Tragezeiten
::    Alter des Patienten
::    Arbeitsplatz, Sportart 

Damit Sie langfristig gesund Kontaktlinsen tragen können, gilt es Folgendes zu beachten:

Hygienemaßnahmen:
::    Händewaschen vor Ein- und Aussetzen der Kontaktlinsen
::    Linsengerechte Reinigung mit empfohlenen Pflegemitteln, eventuell Enzymreinigung 
::    Regelmäßige Reinigung bzw. Austausch des Linsenbehälters
::    Einhaltung der empfohlenen Tragezeiten
::    Zeitgerechter Austausch der Linsen, je nach Linsentyp
::    Kontaktlinsenfreie Tage = Brillentage (immer passende Brille, Ersatzbrille)
::    Keine Kontaktlinsen bei plötzlicher Unver träglichkeit, Rötung, Schmerzen, Entzün dungen, eitrigem Sekret, Visusminderung! 
::    Kosmetik: Erst schminken, dann die Kon taktlinsen einsetzen. Vor dem Abschminken Kontaktlinsen wieder herausnehmen – so verhindern Sie Ablagerungen von Kosmetik, die sich teils nur schwer wieder entfernen lassen.
::    Regelmäßige augenärztliche Kontrollen, da auch unbemerkt Trageschäden auftreten können. Diese können bei rechtzeitiger Therapie behandelt werden. Bei Beschwerden sofort den Augenarzt aufsuchen. Schwere bakterielle Entzündungen der Hornhaut können zu dauerhaften Augenschäden führen!

Für eine dauerhafte Verträglichkeit und damit Gesundheit des Auges ist es wichtig, dass die Anpassung und die Beratung über die geeigneten Kontaktlinsen, die Tragezeit und die Pflege der Kontaktlinsen von einem entsprechenden Spezialisten durchgeführt werden. 
Gerne beraten wir Sie bei der richtigen Auswahl der Kontaktlinse und empfehlen eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle der Augen 1 bis 2 Mal pro Jahr.

Verfasser: Frau Dr. Julia Huth

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Keratitis – wenn die Hornhaut entzündet ist

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Symptome


Eine Keratitis wird begleitet von starken Schmerzen im Auge, einer einseitigen Augenrötung mit Fremdkörpergefühl, einer Scheu vor Licht (Photophobie) und einer Sehverschlechterung (Visusverschlechterung). Eine Keratitis geht im Gegensatz zu einer Bindehautentzündung nicht mit merklich erhöhtem Tränenfluß oder Absonderung von Sekret einher.

Ursachen


Eine Keratitis kann durch das Eindringen von Säuren und Laugen, durch UV-Strahlung beim Sonnenbaden oder durch Fremdkörper in der Konjunktivfalte ausgelöst werden. Aber auch Infektionserkrankungen, wie beispielsweise die Herpesinfektion, können für eine Keratitis verantwortlich sein. Bakterien, Pilze und Amöben können ebenso Auslöser für die Erkrankung im Auge sein. Früher war eine der häufigsten Ursachen das „Verblitzen“ beim Schweißen von Metallen ohne gesonderte Schutzmaßnahme für die Augen. Auch Schneeblindheit ist eine Form der Keratitis.

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Behandlung


Bei einer Keratitis sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden. Die Therapiemaßnahmen richten sich nach dem Auslöser der Keratitis. Meist verordnet der Augenarzt Augentropfen, die schmerzstillend sind und eine abschwellende Wirkung auf die Schleimhäute haben. Auch können kalte Umschläge, die auf das geschlossene Auge gelegt werden, entspannend und schmerzlindernd wirken.

Risiken

Nach einer Hornhautentzündung kann es in seltenen Fällen zu einer Vernarbung der Hornhaut kommen. Diese Vernarbung zieht eine deutliche Sehverschlechterung nach sich. Oft können die Vernarbungen mit einer Lasertherapie behandelt werden. Manchmal hilft auch das Tragen von Kontaktlinsen, um die Fehlsichtigkeit auszugleichen.
In ganz seltenen Fällen muss aber auch eine Hornhauttransplantation vorgenommen werden, um die Sehkraft zu erhalten. Durch moderne Operationsverfahren ist eine solche Transplantation mit relativ guten Heilungschancen verbunden.